20. Tag Carrion De Los Condes > Ledigos (25. Juni 2016)

Um 07:00h - irgendwie bin ich wohl doch ein paar Minuten eingeschlafen - werde ich wach und es geht wieder los.
Im Ort wollen wir eine Kleinigkeit frühstücken, aber in der Bar ist es fürchterlich laut. Das sind wohl die Jugendlichen, die schon die ganze Nacht herumschreien mussten. Es ist so ungemütlich dass wir uns eine andere Bar suchen.

Wir finden auch etwas, wo gerade geöffnet wird und trinken einen Kaffee und essen Toast. ann ziehen wir los. Etwas ausserhalb wird Lloyd immer schneller und ich lasse ihn ziehen. Es geht auf einer kleinen Landstraße entlang wo mir kein einziges Auto begegnet. Dann folgt ein Schotterweg und hier empfinde ich die Meseta so, wie ich sie von Beschreibungen her kannte. Es wird immer eintöniger - nur noch vereinzelt Bäume. Man hat einen Weitblick, aber auch das Gefühl nicht voran zu kommen, da nach langer Wanderung die landschaft noch genauso aussieht wie vor Stunden.
Es sollen ja fast 18 Kilometer ohne jegliche Pausenstation sein. Rechts sehe ich dann doch mal ein paar Bäume und Tisch und Bänke.... Zeit für ein Apfel und etwas zu trinken.
Und dann kommt plötzlich ein kleines eingezäuntes Grundstück mit einer kleinen gemauerten Gartenhütte. Tische und Bänke stehen dort und ein spanisches Ehepaar grillt dort Würstchen. Also doch eine kleine Verpflegungsstation die aber sicherlich nicht immer in Betrieb ist. Die Würstchen riechen so verlockend - ich gönne mir eins und trinke eine kalte Cola.
Der Weg geht weiter und weiter und immer in der prallen Sonne. Aus der Ferne beobachte ich einen Mann, der einen Walkman im Ohr hat und offensichtlich Musik hört und laut mitsingt. Er tanzt durch die Meseta und seinen Stock lässt er zwischen den Fingern über seinem Kopf kreisen. Er hat viel Spaß, das spürt man. Er kommt von hinten und überholt mich - ein paar Meter laufen wir gemeinsam. Es ist Henk aus den Niederlanden - habe ihn schon ein paar mal zuvor kurz gesehen. Er ist hinter Eindhoven gestartet und hat inzwischen über 3000 Kilometer auf seinen Sohlen. Mit Blasen an den Füßen hatte er noch keine Probleme.
Singend und lachend zieht er weiter.
So vergeht Kilometer für Kilometer und es sieht nicht nach einem Ende es Weges aus. Und dann hinter einer kleinen Kuppe von jetzt auf sofort sieht man die Häuser von Calzadilla de la Cueza. Gleich am Ortseingang ist eine Herberge mit einer Bar. Dort sitzt schon Henk und genießt ein Bier und einen Salat. Ich nehme eine Tortilla und auch ein Bier.
Dann kommt auch Fabian hier an und macht es sich in der Sonne bequem.
Der Wirt fragt ein paar Radfahrer ob noch Pilger zu Fuß unterwegs seien. Daas ist aber wohl nicht der Fall. Der Wirt meint dass zu dieser Zeit die meisten Pilger die Meseta wegen der Hitze meiden und die Etappe zwischen Burgos und Leon per Bus überbrücken. Meine Meinung dazu: trotz Hitze empfand ich bislang die Meseta schön und natürlich auch nicht überlaufen. Ich hätte mich geärgert wenn ich diese Strecke ausgelassen hätte.
Ich will noch ein Stück weiter heute und gehe frisch gestärkt los - nochmals ca. 6,5 Kilometer.
Unterwegs überholt mich Fabian mal wieder - er will heute noch weiter laufen wie ich.
Mir reicht es heute bis Ledigos zu kommen wo ich mich in der Albergue la Morena gegen 15:00h einquartiere. Dort treffe ich nochmal Fabian, der von hier aus noch weiter läuft.
Im Innenhof ist ein kleiner Garten der zum Ausruhen einlädt. Abends gibt es dort auch Pilgermenü.
Die Nacht ist angenehm ruhig.

 

 

 

 

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