33. Tag Trabadelo > O Cebreiro (08. Juli 2016)

Um 07:00h geht es los und es ist ein sehr schöner Weg hinaus aus dem Ort. Schon bald kommt man an eine Schnellstraße aber eine Betonmauer  Trennt Fussweg und Fahrbahn. Alle paar Meter überquert man einen Fluß - es ist der Rio Valcarce der ständig den Weg kreuzt.
Ein Spanier überholt mich und geht wenig später nach rechts an einen großen Rasthof - Frühstück ist jetzt eine gute Idee und ich gehe auch dorthin.
Dort läuft das Fernsehen und sie zeigen Bilder wie sich viele Menschen wie zu einem Marathonlauf auf der Straße sammeln und plötzlich anfangen zu rennen - dann sieht man warum. Eine Horde Stiere wurde in diese Straße getrieben und ein Wettlauf beginnt. Die Stiere laufen in diese flüchtende Menschenmenge - man versucht auszuweichen - manche stürzen dabei und die Stiere laufen über sie - auch Stiere stolpern und fallen auf einen Läufer. Ein Spektakel für das ich wenig Verständnis habe.

Die Gegend hier ist wunderschön. in einem Landgut trinke ich eine Cola - es ist die Stelle wo einige nun zu Pferd den Anstieg überwinden.
Auf dem Weg treffe ich mal wieder Janet - wir warndern gemeinsam weiter.
Mitten im Wald ist wieder eine Verpflegungsstelle - natürlich "Donation" - eine Erfrischung tut gut. Danach geht es etwa eine Stunde recht steil durch einen steinigen Waldweg. 
Danach ein kleiner Ort (La Faba) - wieder Zeit für eine kleine Rast. In einer Bar trinke ich etwas und esse eine Tortilla.

Der folgende Weg geht stetig hoch - die Sonne brennt und es gibt keinen Schatten. Der Weg ist sehr schön mit toller Aussicht, aber anstrengend.
Endlich sehe ich von Weitem die ersten Dächer - ich bin froh dass ich es endlich geschafft habe. Aber je näher ich komme, muss ich erkennen, dass es noch gar nicht mein Etappenziel ist. Der Ort heiß La Laguna und in der Albergue la Escuela trinke ich erstmal ein kühles Radler.
Am Ende des kleinen Örtchens ist ein Brunnen - eiskaltes Wasser - eine Erfrischung die alle Lebensgeister wieder weckt.
Von hier bis zum Ziel sollen es etwa 2,5 Kilometer sein - natürlich nur aufwärts.
Hier sehe ich einen jungen Mann und denke wow... der muss aber Probleme mit Blasen haben, denn er humpelt und hat Krücken.
Hier ist auch der Grenzstein zu Galicien - Zeit für ein Bild.

Und dann endlich geschafft - ich erreiche O Cebreiro. Das kleine Bergdorf ist durch Tourismus geprägt, aber es strahlt trotzdem etwas sehr besonderes aus.
Die alten Steinhäuser, der herrliche Ausblick und die einladenden Gaststätten. Am Ende des Ortes liegt die Herberge. Sie ist sehr sauber und ich buche mich zuerst mal dort ein. Nach dem Duschen erstmal in das schöne Dorf. In einem restaurant trinke ich etwas und gehe zur Kirche.... hier erzählt mir der Pfarrer vom Hostienwunder dieser Kirche.

In der Kirche singt eine Jugendgruppe von spanischen Schülerinnen und Schülern und anschließend besuche ich die Messe.
Dort treffe ich den Pilger, der mit den Krücken am Berg war. Es ist John, ein Engländer. Er erzählt dass er seit Kindheit gelähmt ist. Er kann die Beine nur hinterherziehen und mit Hilfe der Krücken dann stehen. Eine unglaubliche Leistung, dass er den Camino geht.

In dem Souvenirshop kaufe ich ein kleines Geschenk und für mich eine Fleecejacke, die mir schon vor der Meseta einmal in einem Geschäft aufgefallen war. Ich habe zwar eine Jacke, aber diese gefällt mir so gut dass ich bereit bin sie die letzte Strecke auch zu schleppen.
Nach der Kirche treffe ich Janet wieder, die sich für den nächsten Tag ein Fahrrad leihen und weiter fahren will. Wir essen gemeinsam und verabschieden uns dann.
In der Herberge passiert mir das, was ich schon ein paar mal erlebte.... man will mir etwas schenken. Die Hospitalera gibt mir einen Beutel mit einem Schlüsselanhänger und einer neuen aufladbaren Taschenlampe. Ich sage erst: "nein, mir gehört das nicht" - dann sagt sie dass sie mir das schenken möchte - es sein ein Andenken an die Herberge. So habe ich nun eine neue Taschenlampe - für alle Fälle.

 

 

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